Detailansicht

20 Jahre Integrationskurse an der vhs Schweinfurt – gemeinsam lernen, erleben und wachsen

Seit 2005 bietet die vhs Schweinfurt Integrationskurse an, die durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gefördert werden. Die vhs Schweinfurt gehört dabei zu den ersten Kursträgern in Bayern, die die damals neu eingeführten Integrationskurse im Rahmen des Zuwanderungsgesetzes anbot. Diese Kurse umfassen 600 Stunden Sprachunterricht sowie 100 Stunden Orientierungskurs, in denen die Teilnehmenden mit grundlegenden Werten wie Demokratie, Gleichberechtigung, Toleranz und der Bedeutung der Menschenrechte vertraut gemacht werden. Der gesamte Kurs dauert in der Regel etwa sieben Monate und bereitet die Teilnehmer gezielt auf die B1-Sprachprüfung vor. Auf dem Sprachniveau B1 können sich die Teilnehmer selbständig im Alltag, im Beruf oder auf dem Amt verständigen – die Prüfung gilt daher als wichtiger Nachweis für ausreichende Deutschkenntnisse und ist häufig Voraussetzung für eine Einbürgerung. Die Integrationskurse schaffen somit eine wichtige Grundlage für den Einstieg in den Arbeitsmarkt sowie für eine gelingende gesellschaftliche Teilhabe.

Zahlen, die Geschichten erzählen

• 335 Integrationskurse: Rund 7000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus aller Welt lernten bisher hier Deutsch

• 1.200 Prüfungen wie Deutsch-Test-für-Zuwanderer (DTZ), Einbürgerungstest und Zertifikatsprüfungen Deutsch  

• Über 80 Nationen: Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus allen Kontinenten der Welt – sogar aus eher seltenen Ländern wie Nepal, Trinidad, Korea (inklusive Nordkorea) und Dschibuti – haben unsere Kurse bereichert und zeigen die beeindruckende Vielfalt, die bei uns lebt

• Dozententeam: Im Laufe von 20 Jahren haben insgesamt 53 engagierte Lehrkräfte eine Vielzahl von Lernmethoden eingesetzt und dazu beigetragen, Sprachbarrieren abzubauen und kulturelle Brücken zu schlagen

Integration erleben – mehr als nur Sprachunterricht

Im Rahmen der Integrationskurse werden auch verschiedene Exkursionen unternommen, darunter Besuche der Kunsthalle Schweinfurt, des Bunkermuseums, des deutsch-deutschen Freilandmuseums bei Behrungen sowie Ausflüge nach Würzburg und Bamberg. Stadtführungen der „Initiative gegen das Vergessen“ und der Besuch der Sachs-Ausstellung bieten weitere Einblicke in Geschichte und Kultur. Diese Exkursionen werden immer mit Lernaufgaben begleitet und fördern nicht nur das Sprachverständnis, sondern auch das Verständnis für die deutsche Geschichte, Gesellschaft und Kultur.

Gemeinsames Erleben

Wir teilen auch persönliche Momente: fröhliche Ereignisse wie einen Heiratsantrag während des Kurses, aber auch bewegende Situationen wie Rettungseinsätze oder die Geburt eines Babys kurz nach der Abschlussprüfung. Diese Erfahrungen zeigen, dass Integration weit mehr ist als Sprache – sie ist gelebtes Leben mit all seinen Höhen und Tiefen.

Lustige kleine sprachliche Missgeschicke aus dem Kursalltag:

„Blumentopferde“ – Eine ganz neue Pferderasse?
Eines der lustigen Missverständnisse entstand, als ein Teilnehmer von „Blumento-Pferde“ sprach – und dabei fest davon überzeugt war, dass es sich um eine Pferderasse handelt, die „BlumEnto“ heißt!

Das Wort „Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung“ gehört zu den ersten großen sprachlichen Herausforderungen im Kurs, denn die Aussprache ist keineswegs einfach! Mindestens fünf Minuten wird intensiv daran gearbeitet, bevor sich der Dozent einen kleinen Spaß erlaubt und erklärt, dass man stattdessen einfach „AU“ sagen könne. Die Reaktion der Teilnehmenden ist jedes Mal unbezahlbar!

Das Wort „Eichhörnchen“ sorgt oft für ein echtes Zungenbrecher-Drama im Unterricht. Trotz zahlreicher Übungseinheiten gelingt die Aussprache nur selten auf Anhieb – und wenn, dann meistens mit einem Lächeln, weil es einfach nicht so klingen will wie es muss! Ein kleiner Spaß für alle, auch wenn die Teilnehmenden manchmal fast verzweifeln.

„Döner“ und „Donner“ – der oft wiederkehrende „Dönerstag“: Fast jeder Kurs hat seinen eigenen „Dönerstag“! Es kommt immer wieder vor, dass Teilnehmer sich beim Sprechen vertun und anstatt von „Donnerstag“ „Dönerstag“ sagen.

Ein großes Dankeschön an unsere Dozenten, die nicht nur unterrichten, sondern auch zuhören, unterstützen und motivieren! Ebenso gilt der Dank unseren Teilnehmern, die mit Mut und Willenskraft lernen. Unabhängig von ihrer Herkunft oder ihren religiösen und politischen Hintergründen gab es in den Kursen nie nennenswerte Konflikte. Mit dem Engagement unserer Lehrkräfte haben es die Teilnehmer geschafft, ihre Unterschiede beiseite zu legen und sich untereinander als gleichwertige Deutschlernende zu begegnen, die gemeinsam ein Ziel verfolgen.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay
© Anja Lippert / Stadt Schweinfurt
Zurück

Volkshochschule der Stadt Schweinfurt

Schultesstraße 19b | 97421 Schweinfurt
09721 - 515444
09721 - 515445
vhs@schweinfurt.de
Öffentliche Parkmöglichkeiten in Nähe der Schultesstraße

Öffnungszeiten

Montag bis Dienstag von 08:30 bis 12:00 Uhr
Mittwoch geschlossen
Donnerstag von 08:30 bis 12:00 und 15:00 bis 17:00 Uhr
Freitag 08:30 bis 12:00 Uhr